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Short Description:
Authors : Alice Schwarzer
  • Publisher: Heyne
  • Pages: 192
  • Hard Cover: False
  • ISBN: 9783453600782
  • Publishing Date: 2008


Wenn ein Buch Die Antwort betitelt ist, dann fragt man sich für gewöhnlich zunächst, auf welche Frage denn hier wohl eine Antwort gegeben werden soll. Bei einem Buch von Alice Schwarzer ist das anders. In diesem Fall nämlich ist die Autorin selbst die Antwort -- die Antwort auf die vielen Fragen, die sie stellvertretend für ihre Geschlechtsgenossinnen seit Jahrzehnten an die Gesellschaft sowohl stellt als auch -- aus der Perspektive der von ihr maßgeblich repräsentierten Frauenbewegung -- beantwortet. Aus den unterschiedlichsten Perspektiven geht es Schwarzer dabei im Kern immer um ein Thema: Die gerechte Verteilung der gesellschaftlichen Chancen zwischen den Geschlechtern. Und dieses Thema spielt, wie die streitbare Publizistin in ihren zahlreichen Veröffentlichungen (nicht zuletzt in „ihrer“ Emma) immer wieder überzeugend darlegt, in sämtliche Bereiche unserer Lebens- und Arbeitswelt hinein: Wenn wir darüber nachdenken, wie wir in Zukunft leben wollen, dann müssen wir zugleich auch darüber zu reden, welche Rolle wir in unserem Zukunftsmodell Männern und Frauen ganz bewusst oder implizit zuweisen und wie die Lebenschancen (und –risiken) zwischen den Geschlechtern denn eigentlich verteilt sein sollen. Vieles, nein: Fast alles hat sich hier in den hinter uns liegenden Jahrzehnten zum Positiven verändert. Und so ist denn auch der (wenn es darauf ankommt aber unverändert kämpferische!) Ton der Frauenrechtlerin insgesamt schon sehr viel milder geworden. Wie unverzichtbar es trotzdem bleibt, die gesellschaftliche Entwicklung mit einer gehörigen Portion feministischen Argwohns zu verfolgen, beweist jeder einzelne der hier versammelten, nicht nur für Frauen ausgesprochen lesenswerten Essays. Sehr deutlich Stellung bezieht die Autorin unter anderem gegen die himmelschreiende Ungleichbehandlung von Mann und Frau „im Namen des Propheten“ und warnt eindringlich und mit guten Argumenten vor einer „falschen Toleranz“, die unseren mühsam genug errungenen gesellschaftlichen Konsens über die grundsätzliche Rechtsgleichheit von Mann und Frau zur Disposition stellen würde. In gewohnter Strenge wettert sie auch gegen Pornographie und fordert einmal mehr, den Sexismus nicht weniger ernst zu nehmen als den Rassismus. Dass Schwarzer auch sanfte Töne anschlagen kann, und das auch gegenüber Männern, beweist sie in dem Kapitel, das mit dem Vorurteil „Das Kind braucht die Mutter“ aufräumt: Geradezu zärtlich erinnert sie sich darin an den im Gegensatz zu ihrer Mutter und ihrer Großmutter zur „Mütterlichkeit“ begabten Großvater. Kurzum: Ein sehr viel facettenreicheres Buch, als der vordergründig eindimensionale Titel vielleicht erwarten lassen könnte. -- Alexander Dohnberg, Literaturanzeiger.de